Was muss ich über meinen Blutdruck wissen?

Wie entsteht er, warum ist er zu hoch und was kann ich tun?
Hier die Antworten zu den häufigsten Fragen über den Blutdruck.

Wie entsteht der Blutdruck?

Etwa 7000 Liter Blut pumpt unser Herz täglich durch den Körper. Von der Fußsohle bis zur Schädeldecke gilt es fast 2 Meter Höhe zu überwinden. Zudem sind viele Blutgefäße dünner als ein Haar – von allein geht das dickflüssige Blut da nicht durch. Es ist wie beim Gartenschlauch: Ohne Druck fließt gar nichts.

Bei der Systole kontrahiert der Herzmuskel, bei der Diastole erschlafft er

Das Herz arbeitet wie eine Druck-Saug-Pumpe: Die Herzkammern ziehen sich zusammen und drücken frisches Blut in den Körper, das mit Sauerstoff angereichert ist. Dann erschlafft der Herzmuskel wieder und das verbrauchte Blut strömt zurück in die Kammern.

Das erklärt, warum der Blutdruck immer mit zwei Werten beschrieben wird - 120 zu 80 im Optimalfall. Beim Zusammenziehen der Kammer herrscht der höchste Druck: Dies ist der obere, systolische Wert der Blutdruckmessung. Aber auch wenn das Herz erschlafft, darf das Blut nicht aufhören zu fließen. Ein Restdruck bleibt immer bestehen - dieser ist der untere, diastolische Wert.

Wie häufig ist hoher Blutdruck?

Bei vielem Menschen ist der Blutdruck erhöht - einer von vier Deutschen leidet daran. Und dabei ist es egal, ob man ein Mann oder eine Frau ist. Dennoch ist das Risiko höchst ungleich verteilt: Das Alter spielt eine entscheidende Rolle.

Mehr als 50 % der Deutschen über 65 Jahren leiden an Bluthochdruck

Wer jünger als 30 Jahre ist, muss sich nur selten Gedanken über hohen Blutdruck machen. Aber in der Gruppe der 45-64jährigen ist schon etwa jeder Dritte betroffen. Ab 65 Jahren sind es dann mehr als die Hälfte der Bevölkerung – spätestens dann sollte sich jeder ernsthaft mit dem Thema befassen.

Welche Ursachen hat hoher Blutdruck?

Hoher Blutdruck ist dennoch keine unvermeidliche Alterskrankheit – auch wenn viele das glauben. Die wichtigsten Ursachen finden sich in unserem Lebensstil:

  • fettreiche Ernährung
  • zu wenig Bewegung
  • Rauchen
  • zu viel Alkohol

So viele Faktoren tragen zu Bluthochdruck bei, dass bei 95 von 100 Patienten die Ursachen nicht klar zu erkennen sind. Ärzte sprechen dann von einem primären oder essenziellen Bluthochdruck.

Nur in seltenen Fällen – bei etwa einem von zwanzig Patienten – hat der Bluthochdruck eine fassbare Ursache. Ärzte nennen dies sekundären Bluthochdruck, weil der eigentliche Grund oftmals eine Organstörung ist. Nierenkrankheiten oder Hormonstörungen können hier eine Rolle spielen. Allerdings können auch einige Medikamente den Blutdruck erhöhen.

Mit welchen Folgen muss ich rechnen?

Der Bluthochdruck an sich ist ungefährlich. Solange er eine kritische Grenze nicht übersteigt, bemerkt ihn der Betroffene noch nicht einmal. Aber auf Dauer überlastet ein zu hoher Blutdruck die Gefäße und Organe, und das kann schwerwiegende Folgen haben.

Der Verschleiß zeigt sich zuerst in den Blutgefäßen: Sie werden steif, verengen sich und können nicht mehr so viel Sauerstoff transportieren. Ärzte nennen dies Arteriosklerose. Die mangelnde Versorgung mit Sauerstoff beeinträchtigt u.a. Herz, Gehirn und Nieren. Sind diese Organe erst einmal geschädigt, bleiben den Ärzten nur noch wenig Möglichkeiten.

Was kann ich tun?

Hoher Blutdruck kann oft mit einfachen Mitteln normalisiert werden. Das Gute dabei: Jeder kann – und muss – selber aktiv werden. Die wichtigsten Maßnahmen sind

  • Gesund essen
  • regelmäßig Sport treiben
  • mit dem Rauchen aufhören
  • Alkohol möglichst vermeiden

Doch manchmal reicht eine Veränderung des Lebensstils nicht aus. Dies gilt vor allem, wenn bereits die ersten Folgeschäden zu beklagen sind. In diesem Fall muss der Arzt prüfen, welche Medikamente helfen können.