Bluthochdruck - die sechs wichtigsten Fragen

Wie erzeugt das Herz den Blutdruck? Warum ist er manchmal zu hoch? Was kann man dann tun? Hier die Antworten zu den wichtigsten Fragen über den Bluthochdruck.

Wie entsteht der Blutdruck?

Etwa 7000 Liter Blut pumpt das Herz täglich durch den Körper. Von der Fußsohle bis zur Schädeldecke gilt es fast zwei Höhenmeter zu überwinden. Zudem sind viele Blutgefäße dünner als ein Haar – freiwillig fließt das dickflüssige Blut da nicht durch. Das Herz muss viel Druck aufbauen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Ab Messwerten von 120 mm Hg spricht man von Bluthochdruck

Es arbeitet dabei nach dem Prinzip einer Druck-Saug-Pumpe: Die Herzkammern ziehen sich zusammen und drücken frisches Blut in den Körper, das mit Sauerstoff angereichert ist. Dann erschlafft der Herzmuskel wieder und saugen das verbrauchte Blut zurück in die Kammern.

Deshalb wird der Blutdruck immer mit zwei Werten beschrieben - 120 zu 80 im Optimalfall. Beim Zusammenziehen der Kammer herrscht der höchste Druck: Dies ist der obere, systolische Wert der Blutdruckmessung. Aber auch wenn das Herz erschlafft, bleibt ein Restdruck bestehen, damit das Blut nicht aufhört zu fließen. Den Restdruck beschreibt der untere, diastolische Wert.

Was ist normal, was ist zu hoch?

Anerkannte Richtwerte für die Einordnung des Blutdrucks stellen die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Deutsche Hochdruckliga bereit. Die Richtwerte sind fast identisch, außer dass die Hochdruckliga zusätzlich die Kategorie "isolierter systolischer Bluthochdruck" eingeführt hat.

Mehr als 50 % aller Deutschen über 65 Jahren leiden unter erhöhtem Blutdruck

Dabei muss man allerdings beachten, dass der Blutdruck im Tagesverlauf natürlichen Schwankungen unterliegt. Morgens und in den frühen Abendstunden ist er am höchsten - also Blutdruckmessungen immer zur gleichen Tageszeit ausführen.

Welche Ursachen hat hoher Blutdruck?

Hoher Blutdruck ist keine unvermeidliche Alterskrankheit – auch wenn viele das glauben. Unser Lebensstil hat einen wesentlichen Anteil, schädlich sind vor allem:

  • fettreiche Ernährung
  • zu wenig Bewegung
  • Rauchen
  • zu viel Alkohol

In der Regel müssen sehr viele Faktoren zusammenkommen, um Bluthochdruck zu erzeugen. Bei 95 von 100 Patienten ist das Zusammenspiel so kompliziert, dass die Ursachen der Erkrankung kaum noch zu erkennen sind. Ärzte nennen dies einen primären oder essenziellen Bluthochdruck.

Nur in seltenen Fällen – bei etwa einem von zwanzig Patienten – hat der Bluthochdruck eine fassbare Ursache. Ärzte sprechen dann von sekundärem Bluthochdruck, weil der eigentliche Grund oftmals eine Organstörung ist. Nierenkrankheiten oder Hormonstörungen können hier eine Rolle spielen. Allerdings können auch einige Medikamente den Blutdruck erhöhen.

Wie häufig ist hoher Blutdruck?

Bei vielem Menschen ist der Blutdruck erhöht - einer von vier Deutschen leidet daran. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Dennoch ist das Risiko höchst ungleich verteilt: Das Alter spielt eine entscheidende Rolle.

Mehr als 50 % der Deutschen über 65 Jahren leiden an Bluthochdruck

Wer jünger als 30 Jahre ist, muss sich nur selten Gedanken über hohen Blutdruck machen. Aber in der Gruppe der 45 bis 64-jährigen ist schon etwa jeder Dritte betroffen. Ab 65 Jahren sind es dann mehr als die Hälfte der Bevölkerung – spätestens dann sollte sich jeder ernsthaft mit dem Thema befassen.

Mit welchen Folgen muss ich rechnen?

Der Bluthochdruck an sich ist ungefährlich. Solange er eine kritische Grenze nicht übersteigt, bemerkt ihn der Betroffene noch nicht einmal. Aber auf Dauer überlastet ein zu hoher Blutdruck die Gefäße und Organe, und das kann schwerwiegende Folgen haben.

Der Verschleiß zeigt sich zuerst in den Blutgefäßen: Sie werden steif, verengen sich und können nicht mehr so viel Sauerstoff transportieren. Ärzte nennen dies Arteriosklerose. Die mangelnde Versorgung mit Sauerstoff beeinträchtigt u.a. Herz, Gehirn und Nieren. Sind diese Organe erst einmal geschädigt, bleiben den Ärzten nur noch wenig Möglichkeiten.

Was kann ich tun?

Hoher Blutdruck kann oft mit einfachen Mitteln normalisiert werden. Das Gute dabei: Jeder kann – und muss – selber aktiv werden. Die wichtigsten Maßnahmen sind

  • Gesund essen
  • regelmäßig Sport treiben
  • mit dem Rauchen aufhören
  • Alkohol möglichst vermeiden

Doch manchmal reicht eine Veränderung des Lebensstils nicht aus. Dies gilt vor allem, wenn bereits die ersten Folgeschäden zu beklagen sind. In diesem Fall muss der Arzt prüfen, welche Medikamente helfen können.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Deutsche Hochdruckliga e.V., "Bluthochdruck wirksam bekämpfen", Stand November 2015 (Link)