Was tun bei zu hohem Blutdruck?

Hoher Blutdruck ist keine unvermeidliche Alterskrankheit - manchmal können Sie ihn mit einfachen Maßnahmen in den Griff kriegen.
Vor allem wenn Sie nur an einer leichten Form leiden, haben Sie Ihr Schicksal selbst in der Hand: Eine gesunde Lebensführung ist das A und O.

Die Ernährung spielt eine Schlüsselrolle

Übergewicht ist eine der wichtigsten Ursachen für hohen Blutdruck. Abnehmen hat daher hohe Priorität. Jedes Kilogramm, das Sie weniger mit sich herumtragen, kann auch Ihren Blutdruck senken: Den systolischen Wert um etwa 2 mm Hg und den diastolischen um 1 mm Hg.

Doch spezielle Diäten sind nur selten ratsam: Die Erfolge sind meist nur von kurzer Dauer. Wichtig ist, dass Sie Ihre Ernährung auf Dauer umstellen:

  • vermeiden Sie Fett, auch solches das in Wurst und Käse versteckt ist
  • essen Sie viel Geflügel und fettarmen Fisch, weniger rotes Fleisch
  • nehmen Sie viel Ballaststoffe zu sich, etwa über Vollkornbrot und Hülsenfrüchte

Eine gesunde Ernährung ist die Basis, um Ihren erhöhten Bluthochdruck auf akzeptable Werte zu senken.

Sportlich aktiv bleiben

Eine große Rolle spielt auch die Fitness. Allein durch regelmäßige körperliche Betätigung kann sich Ihr Blutdruck auf niedrigere Werte einpegeln.

Auch hier sollten Sie nicht übertreiben. Kräftezehrende Besuche im Fitnessstudio oder Sportarten, die auf Kraft und Schnelligkeit setzen, können sogar einen negativen Effekt haben. Ratsam sind hingegen Aktivitäten, welche die Ausdauer fördern. Dazu gehören:

  • Joggen, Wandern, Walking
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Skilanglauf

Kleinere Herausforderungen, die Sie in problemlos bewältigen können, stellen einen guten Anfang dar. Ein strammer Spaziergang etwa. Im Laufe der Zeit können Sie Ihre Ziele ja langsam höher höher schrauben.

Vorsicht bei Alkohol und Nikotin

Rauchen schädigt nicht nur die Lunge, es fördert auch die Verkalkung der Gefäße und erhöht die Anfälligkeit für Durchblutungsstörungen. Wenn Sie unter hohem Blutdruck leiden, sollten Sie daher so schnell wie möglich mit dem Rauchen aufhören.

Ähnlich steht es mit dem Alkohol: Schon zwei Flaschen Bier am Tag können Ihren systolischen Blutdruck um 10 mm Hg ansteigen lassen. Sie sollten den Genuss von Alkohol daher auf ein vernünftiges Maß reduzieren. Ärzte sehen die Obergrenze bei etwa einer Flasche Bier oder einem Glas Wein am Tag.

Stress abbauen

Sind Sie oft angespannt? Leiden Sie häufig unter Angst und Unruhe? Auch dies kann negative Auswirkungen auf Ihren Kreislauf haben.

Sie sollten nach Wegen suchen, den täglich angehäuften Stress wieder abzubauen. Hilfreich kann das Erlernen von bestimmten Techniken und Methoden sein. Vor allem Yoga, Atemtherapie, autogenes Training und progressive Muskelentspannung haben sich dabei bewährt.

Weniger Salz

Fast jeder von uns nimmt zu viel Kochsalz mit der Nahrung auf: Zwei bis drei Gramm am Tag würden ausreichen, doch tatsächlich sind es meist zehn oder zwölf. Für manche ist das kein Problem, andere hingegen reagieren sehr empfindlich - ihr Blutdruck geht spürbar in die Höhe.

Falls Sie zu den sogenannten Salz-Sensitiven gehören, kann ein verminderte Salzmenge Ihren systolischen Blutdruck um bis zu 7 mm Hg senken. Das gilt besonders, wenn Sie älter als 45 Jahre sind.

Beachtliche Mengen von Salz verstecken sich übrigens in prozessierten Nahrungsmitteln und Fertiggerichten. Achten Sie besonders auf diese versteckten Quellen, wenn Sie Ihren Salzkonsum reduzieren möchten.

Der letzte Ausweg - Medikamente

Falls die oben genannten Maßnahmen nicht ausreichen, kommen Sie um eine medikamentöse Therapie nicht herum. Es gibt eine Vielzahl von Medikamenten, die an unterschiedlichen Stellen ansetzen: im Gehirn, in den Gefäßen, im Herz, oder in den Nieren. Ihr Arzt wird Sie beraten, welche Therapie für Sie am erfolgversprechendsten ist.

Wenn Ihr Blutdruck beständig höher als 140 mm Hg ist und weitere Risikofaktoren bestehen, kommen Medikamente häufig sofort zum Einsatz. Die Gefahr von Folgeschäden ist dann zu hoch, als dass der Arzt die Erfolge von anderen Maßnahmen abwarten kann. Bekannte Risikofaktoren sind etwa Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Nieren.

Auch wenn Sie Medikamenten nehmen - die nicht-medikamentösen Maßnahmen bleiben weiterhin sehr wichtig. Sie verbessern Ihren allgemeinen Gesundheitszustand und können dazu beitragen, Ihre tägliche Dosis an Medikamenten zu verringern.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Bluthochdruck - Wissenswertes für Patienten und Angehörige, Broschüre der Techniker-Krankenkasse (Download)
  • Hohen Blutdruck senken, Broschüre der Barmer GEK (Download)